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Sechstägiger Lokführer-Streik hat begonnen

Der Lokführerstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn ist angelaufen. Im Güterverkehr begann der Ausstand gestern Abend um 18 Uhr, seit 2 Uhr wird auch der Personenverkehr bestreikt. Bis Montagabend um 18 Uhr soll der Arbeitskampf andauern. Fahrgäste müssen sich in den nächsten Tagen also mit erheblichen Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr arrangieren. Wie schon bei den vorigen Streiks hat die Bahn einen Rumpffahrplan mit stark reduziertem Angebot aufgestellt. Welche Züge fahren, können Kundinnen und Kunden über die Internetseite der Bahn oder deren App erfahren. Der Konzern hat außerdem eine kostenlose Info-Rufnummer eingerichtet, über die individuelle Auskünfte zum Fahrplan erteilt werden.

Wer vorher ein Ticket für den Streikzeitraum gekauft hat, kann seine Fahrt auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Die Bahn hat die Zugbindungen aufgehoben. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden. Im Regionalverkehr sind die Streikfolgen nicht überall zu spüren, weil dort zum Teil Konkurrenten der Bahn unterwegs sind. So werden etwa in Nordrhein-Westfalen rund 40 Prozent der Züge und S-Bahnen fahren, wie die "Rheinische Post" berichtet.

Es ist der vierte und bisher längste Streik der Gewerkschaft. Erstmals im laufenden Tarifkonflikt umfasst er auch ein komplettes Wochenende. Zuletzt hatte es 2015 einen Streik in diesem Ausmaß gegeben, damals dauerte der Ausstand über fünf Tage. Der folgende unbefristete Streik endete nach drei Tagen durch eine Schlichtung. Hoffnungen, dass es dieses Mal zu einem vorzeitigen Abbruch kommen könnte, wischte Gewerkschaftschef Claus Weselsky vom Tisch. "Eine Last-Minute-Einigung wird es nie geben", sagte er dem Portal "The Pioneer". Die Deutsche Bahn bewege sich nur "ein oder drei Millimeter" auf die GDL zu. Das sei zu wenig.

Die Situation ist verfahren. Verhandlungen zwischen der GDL und der Bahn hat es seit Ende November nicht mehr gegeben. Auch im jüngsten Angebot der Bahn sah die Gewerkschaft unter ihrem Chef Weselsky keine Gesprächsgrundlage. Im Dezember ließ die GDL ihre Mitglieder per Urabstimmung über unbefristete Streiks abstimmen. Rund 97 Prozent der teilnehmenden Beschäftigten sprachen sich dafür aus. Seither sind mehrtägige Streiks möglich.

Knackpunkt bleibt die Arbeitszeit

Bundesverkehrsminister Volker Wissing kritisierte die Gewerkschaft: "Dass nun bereits zum vierten Mal im laufenden Konflikt zum Streik aufgerufen wird, ohne dass überhaupt miteinander geredet wird, ist inakzeptabel", sagte der FDP-Politiker der "Bild"-Zeitung. Er forderte die Tarifparteien auf, "Lösungen am Verhandlungstisch zu finden oder eine Schlichtung einzuleiten".

Neben finanziellen Forderungen dreht sich der Tarifstreit vor allem um das Thema Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter. Die GDL will diese von 38 auf 35 Stunden bei gleichbleibendem Gehalt reduzieren. Die Bahn hat unter anderem ein Wahlmodell angeboten, das eine einstündige Absenkung ohne finanzielle Einbußen vorsieht. Wer sich dagegen entscheidet, erhält stattdessen 2,7 Prozent mehr Geld. Weselsky sieht in der Offerte keine Grundlage für weitere Verhandlungen.

Verkompliziert wird der Tarifkonflikt dadurch, dass die GDL ihren Einfluss im Unternehmen ausweiten und Tarifverträge auch für die Beschäftigten der Infrastruktursparte abschließen will. Dort gibt es bereits Tarifverträge der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), mit der die GDL konkurriert. Die Bahn lehnt diese Forderung bislang ab.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

24.01.2024

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